Kreuzchen gesetzt – war es das jetzt?!

Der Sommer ist vorbei, die Wahl ist vorbei. Und nun?

Kreuzchen gesetzt und nun?
Sommer ist vorbei. Wahlen sind vorbei. Und nun?

Wir können wahlweise auf AfD oder Ausländern herumhacken, wir können meckern, dass die Welt vor die Hunde geht. Oder wir können selbst damit anfangen, unsere Politik zu gestalten. Geht einfacher, als man denkt…

Alle vier Jahre geben die Parteien Vollgas, dazwischen geben wir uns Politik nur für wenige Minuten lang in den allabendlichen Medien –  mit uns haben diese politischen Shortcuts gefühlt kaum etwas zu tun.
Aber alle vier Jahre sein Kreuzchen zu setzen und sich darauf auszuruhen, genug für die Gestaltung unseres Landes getan zu haben, ist doch auch irgendwie naiv.

Darum möchte die Freitagsgefühl Redaktion euch heute mal ein komplett neues Konzept vorstellen. Eines ohne Parteiverkrustungen, Lobbyismus und Stimmungsmache. Dafür eines, das die Ideen jedes Einzelnen fordert und fördert. Aber Achtung, nur dasitzen und beschweren gilt dann nicht mehr. 😉

 

Demokratie in Bewegung – DiB

Demokratie in Bewegung
c) Demokratie in Bewegung

Parteien wirken manchmal ganz schön weit entfernt von unserer Realität. Doch plötzlich taucht da kurz vor der Wahl eine Kleinpartei auf, eher eine Bewegung, die dich und mich direkt anspricht. Und zwar nicht mit billigen Plakatsprüchen, sondern über Youtube, Facebook & Co.

Es sind Menschen wie du und ich, sie antworten auf deine Fragen, ohne langes Blabla und auf Augenhöhe. Du kannst sie direkt anschreiben und kannst ohne Umwege Teil eines Ganzen werden. Und es geht ihnen nicht so sehr um parteipolitische Präferenzen, sondern um Inhalte. Ein großes Ziel haben sie: Politik zu verändern. Sie funktionieren ganz anders als alle andere Parteien.

Die Rede ist von der DiB, der Demokratie in Bewegung. Die Kleinpartei wurde im April 2017 gegründet. Wofür steht sie, was ist das Besondere und wie einfach kann man seine eigenen Ideen einbringen? Die Freitagsgefühl Redaktion hat die DIB Sachsen exklusiv um ein Interview gebeten.

 

Politik. Anders. Machen. 

Wie und v.a. wo kommt man auf die Idee eine Partei zu gründen?

Wir haben zum einen festgestellt, dass die Politik die jungen Menschen nicht vertritt. Es heißt immer, die Jungen würden sich nicht engagieren. Das stimmt so nicht: die Jungen engagieren sich – jedoch außerhalb von Parteien. Die bestehenden Parteien werden von älteren Menschen dominiert und es ist immens schwer, dort Veränderungen anzustoßen.

Zum anderen hatten wir einfach diese Veränderung der Gesellschaft hin zum Negativen satt: Trump, AfD, Polemik ohne Ende…

Wofür steht „Demokratie in Bewegung“? 

  1. Mitbestimmung ⇒ Initiativprinzip (Hinweis d.R.: Wie es funktioniert, liest du HIER und auf der Grafik unten)
  2. Transparenz  ⇒ Lobbyregister einführen, Nebentätigkeiten und Einkünfte von Politikern offenlegen, kein Firmen-/Unternehmenssponsoring

  3. Gerechtigkeit ⇒ höherer Mindestlohn, weniger Leiharbeit, solidarische Rentenversicherung, für Sachsen konkret: zügige Anpassung des Lohn-/Rentenniveaus an die westlichen Bundesländer

  4. Zukunftsorientierung ⇒ Ja zu Europa! Änderungen aktiv mitgestalten, Umweltschutz, digitaler Ausbau, und vieles mehr…

  5. Ethik-Kodex ethisches Bekenntnis zu den zentralen Werten der Partei von allen Parteimitgliedern (mehr unter Ethik-Kodex

Unser DiB-Spirit? ⇒  Demokratie, Gerechtigkeit & Transparenz, Weltoffenheit & Vielfalt, Nachhaltigkeit & Zukunftsorientierung.

Nur, wenn wir selbst unsere Werte leben, können wir Politik im Sinne des Gemeinwohls gestalten. In einer gerechten und solidarischen Welt Politik zu machen heißt für uns: wir leben die Demokratie. Wir leben die Bewegung. Wir arbeiten gemeinsam und stehen gemeinsam für den Neuanfang.

(Hinweis d.R.: Das Programm findest du HIER.)

Ihr kämpft für Transparenz: Wie habt ihr eure Gründung und den Wahlkampf als absoluter Newcomer finanziert?

Wir finanzieren uns derzeit aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden von natürlichen Personen.

Die Bundespartei erstellt gerade eine Seite mit den Spendeneingängen, damit jeder nachvollziehen kann, woher unsere Spenden kommen – Transparenz!

Was macht ihr anders als die anderen Parteien? 

Grundlegend unterscheidet uns von den anderen Parteien das Initiativprinzip!

Bei uns kann jeder Mensch mitmachen, OHNE Parteimitglied sein zu müssen. Wir haben den “Marktplatz der Ideen” auf dem sich jeder kostenlos anmelden kann. (HIER geht es zum Marktplatz der Ideen)

Dort darf und soll man seine Ideen einbringen, Unterstützer suchen und kann so dafür sorgen, dass die eigene Idee Parteiprogramm wird.

Wenn alle mitreden und mitentscheiden dürfen (Basisdemokratie), gewinnen dann nicht die platten Polemiker, weil man als „normaler Bürger“ die Komplexität gar nicht durchdringen kann?

Jain, … im Initiativprinzip sieht man das recht schön. Es gibt als vorletzte Stufe eine Mehrheitsabstimmung über die Themen, die in das Parteiprogramm aufgenommen werden. Aus juristischen Gründen muss es danach noch eine Bestätigung der Parteimitglieder auf dem Parteitag geben. Sollte ein Thema NICHT zu unseren Werten passen, dann kann es schlussendlich auf einem Parteitag gestoppt werden.

Demokratie in Bewegung gibt es erst seit wenigen Monaten. Wie habt ihr über 60.000 Menschen dazu bewegen können, euch zu wählen  – und das ohne Startkapital?

Initiativprinzip der Demokratie in Bewegung
c) Demokratie in Bewegung. Das Initiativprinzip. Hinweis: Draufklicken und es wird größer

In Sachsen waren es 6.461  Stimmen, also 0,3%. Im gesamten Bundesgebiet 60.826, also 0,1% (Hinweis d.R.: Die DIB war in acht Bundesländern wählbar).

Wir waren fleißig 🙂 Wir mussten für die Zulassung zur Wahl bereits 2.000 Unterschriften in Sachsen sammeln. Auf diesem Wege sind wir das erste Mal mit vielen Menschen, die DiB nicht kannten, in Kontakt gekommen. Bereits hier zeigte sich das Interesse für unsere Themen.

Weiterhin haben wir sogenannte DiB-Tische in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen abgehalten. Dazu sind alle interessierten Bürger eingeladen!

Im Wahlkampf haben wir fleißig Plakate gehängt und Flyer verteilt. Etliche unserer Mitglieder in Sachsen sind finanziell in Vorleistung gegangen und haben einen nicht unerheblichen Teil der Kosten aus eigener Tasche bezahlt. Glücklicherweise gab es dann ein paar Spenden und Zuweisungen von der Bundespartei!

Stell dir vor, im Juli haben wir gerade so 2.000 Stimmen für die Gründung des Landesverbandes zusammen bekommen und nun haben wir über 6.000 Stimmen in Sachsen erhalten – eine Verdreifachung innerhalb von 3 Monaten!

Außerdem freut es mich, dass wir in nahezu jeden Wahlkreis 0,2% der Stimmen bekommen haben. An dieser Stelle muss ich die Sachsen loben! Nicht nur, dass viele Menschen im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt die AfD gewählt haben, Nein, in Sachsen wurde auch überdurchschnittlich oft DiB gewählt! Liebe Sachsen, weiter so! Dann können wir zur Landtagswahl gemeinsam etwas bewegen!

Wie kann man bei euch was bewegen? Ganz konkret, hier vor Ort?

DiB-Tische … und einfach helfen!

Wir versuchen nun regionale Verbände in den einzelnen Kreisen und Städten aufzubauen. Außerdem wollen wir uns lokaler Probleme annehmen und den Menschen zeigen, dass man mit uns tatsächlich etwas bewegen kann. 

Hinweis d.R.: So kannst du mitmachen: bewegung.jetzt/mitmachen

Einbringen kann sich JEDER über den Marktplatz der Ideen.

Der nächste DiB-Tisch in Leipzig findet am 02.10.2017 statt. 

Herzlichen Dank an Sven Schuberth für das superschnelle und unkomplizierte Interview!

Kreuzchen gesetzt – und nun die Ärmel hochgekrempelt?!

Die Freitagsgefühl Redaktion zeigte sich bisher nicht politisch und möchte auch gar nicht damit anfangen. Doch wo beginnt Gesellschaft und wann wird Politik aus unserem gesellschaftlichen Handeln? Die Freitagsgefühl Redaktion möchte mit diesem Artikel zeigen, dass Mut und Handeln was bewegen kann, dass du und ich gar nicht so gefangen und machtlos sind, wie wir uns manchmal glauben machen.

Wie stehst du zu kleinen Parteien? Kannst du dir vorstellen, deine Ideen online einzubringen oder hast du eigentlich gar keine Lust, überhaupt selbst Ideen zu entwickeln und lässt lieber die „Politiker da draußen“ ihre Arbeit machen?

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