Pimp my Billy!

Shabby chic macht Wohnung schick

Möbel sucht Farbe: EinblickVon Dawanda  zum eigenen Laden. Davon träumen viele handwerklich Begabte. Eine hat es nun geschafft: Melanie Große. Sie gab ihren Job im Projektmanagement auf und verwirklichte ihren Traum vom eigenen Unternehmen. Von der Idee bis zur Umsetzung brauchte sie zwei Jahre. Bereits während des Studiums wertete sie Gegenstände für Freunde auf. Doch die meisten belassen es dabei. Sie suchen sich eine sichere Anstellung und verschenken ihr Potenzial an die Hobbywerkelei. Das es auch anders gehen kann, beweist „Möbel sucht Farbe“.

Shabby chic: Aus neu mach alt und aus alt mach neu?

Talent, Geduld und Leidenschaft stecken in dem kleinen Lädchen Nähe der Ecke Arthur-Hoffmann-Straße und Kurt-Eisner-Straße mitten in der Südvorstadt von Leipzig. Hier lassen liebevoll gestaltete Möbel und Wohnaccessoires die Deko-Herzen höher schlagen. Egal ob alte oder neue Möbel oder die eigenen Lieblingsstücke: Hier wird alles nach Wunsch in ein individuelles Kunstwerk verwandelt. Prägender Stil ist der angesagte Mix aus shabby-chic und englischem Landhaus. Blümchenmuster trifft auf skandinavische Frische. Der Begriff „shabby chic“ ist vermutlich im englischen Raum entstanden, doch es gibt vielerlei Auslegungen zu Ursprung und Definition. Ziel ist es, das Mobiliar auf Alt zu trimmen, sodass es dennoch ansprechend wirkt. Schicke Gebrauchsspuren sind ausdrücklich gewollt. Bevorzugte Materialien sind Emaille, Rost, Beton und Holz; industrieller Charme ist gern gesehen.

"Möbel sucht Farbe": shabby chic in LeipzigMöbel findet Farbe

„Möbel sucht Farbe“ ist eine Mischung aus Werkstatt, Tuning und Möbelgeschäft. Hier lassen sich Küchenbuffets, Etageren, Schmuckkästchen, Garderoben, Katzenhäuschen, Rahmen, Sekretäre gleichermaßen aufstöbern (und noch sooo vieles mehr!). Als Grundlage dienen gebrauchte Möbel von Flohmärkten oder privat, die liebevoll repariert und mit Farbe, Kreide, Papier, Schablonen und Serviettentechnik aufgewertet werden. Man kann auch eigenes Mobiliar zur Verwandlung mitbringen oder sein Ikea-Regal pimpen lassen. Omas Nachtschränkchen passt nicht ins Auto? Kein Problem, der Transport wird vom Laden organisiert, innerhalb Leipzigs gibt es das schon für maximal 25 Euro.

Workshop Alarm! DIY Kurs 

Doch Achtung, mit Betreten des Geschäfts steigt das Risiko immens, sich in ein Schätzchen vom Fleck weg zu verlieben. Wie praktisch, dass die Inhaberin Melanie ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung sogar mit uns teilt! Am Samstag, den 25. März 2017 von 11-14 Uhr wird es einen Workshop geben! Mehr Infos dazu gibt es auf der Website HIER

Leipzig ist die Hochburg der Kreativen, der Künstler und der Flohmarkthipster. Eine Perle in dieser kreativen Schatztruhe ist „Möbel sucht Farbe“. Dieses Beispiel macht Mut, seinen eigenen Weg auszuprobieren. Die Gründerin startete als Hobbywerkerin, startete durch bei Dawanda und auf Kreativmärkten und ist nun Unternehmerin mit Werkstatt und Laden. Habt auch ihr den Mut, sammelt eure Träume und lasst euch dieses Wochenende davon inspirieren.

Zum Stöbern: Shabby chic bei Dawanda: HIER

Alles zum Shop „Möbel sucht Farbe“: HIER

 

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Schätze im Alltag: TEE!

Schätze des Alltags im Tee Contor LeipzigTee: Kleinod, Naturprodukt, Mythus und Trend

Leipzig besitzt ein Kleinod. Wer es einmal kennengelernt hat, kehrt immer wieder dorthin zurück und verteilt dessen wertvolle Perlen weltweit als Gastgeschenk oder hamstert es als Eigenvorrat. Es ist ein Stück Leipzig, mit dem man sich überall zuhause fühlt. Diese „Perlen“ sind ein wertvolles Naturprodukt, in mühevoller Handarbeit und mit uralten Maschinen hergestellt. Es handelt sich um Tee.

Tee: Chance der Wendezeit

Der legendäre Tee Contor in der Karli No. 100 ist eine realisierte Chance der Wendezeit. Frank Oetzel und seine Frau lebten in dem Eckhaus, als es zur Wende privatisiert wurde. Im Erdgeschoss befand sich ein Ladengeschäft, das eher einer Rumpelkammer glich. Mühevoll schuf das junge Paar aus dem dreckigen und kaputten Lagerraum in langen sechs Monaten ein urgemütliches, einzigartiges Teegeschäft, an dem sich bis heute nicht viel geändert hat; selbst die Regale stehen dort genauso wie vor 26 Jahren. Vor der Eröffnung am 25. März 1991 war eigentlich eine Art Cateringservice mit allerlei früher knappen Lebensmitteln wie teuren Wein und hochwertigen Tee geplant. Doch nach einer explorativen Reise nach Ostfriesland – die erste Adresse für Teeliebhaber – war es endgültig um die Liebe zum Tee geschehen. Mit dutzenden Inspirationen und einer Kooperation mit einem renommierten Teegroßhändler aus Hamburg in der Tasche kehrten die Oetzels zurück und eröffneten DAS  Teewarenfachgeschäft mit hochwertigen Teesorten zum erstaunlich kleinen Preis.
Der kleine, vollgestopfte Laden ist nicht nur eine duftende Oase der Ruhe und des Wohlbefindens, sondern auch einer der erklärten Lieblingsorte der Freitagsgefühl Redaktion.

Tee Contor Teedose LeipzigHeute lassen sich in geringem Maße neben Tee auch andere Produkte erwerben, wie Honig und Konfitüre aus der Region oder handgeschöpfte Schokolade. „Aber nur regionale Lebensmittel, die es nicht im Supermarkt zu kaufen gibt!“ Das ist dem Inhaber wichtig. Er merkt auch deutlich: „Man besinnt sich wieder auf Regionales.“ Sogar eine eigens gestaltete Leipziger Teedose gibt es im Sortiment.

Tee: Naturprodukt oder Massenware aus Fernost?

Tee Contor: berühmte SortenÄußerst regional und seit Anbeginn dabei sind die beiden Evergreens, die den Tee Contor mit berühmt gemacht haben: die beiden selbst kreiierten Mischungen „Fockeberg Power“ und „Alt-Connewitzer Mischung“. Über 300 Teesorten lassen sich im Laden erschnuppern, darunter klassische Plantagentees, Saisonware und abwechslungsreiche Eigenschöpfungen. Mittlerweile werden die meisten Mischungen direkt beim Teegroßhändler nach Wunsch zusammengestellt. Dies geschieht meist durch Apotheker, denn Tee ist ein Naturprodukt. Teeblätter und Kräuter sind nicht das ganze Jahr verfügbar, unterliegen Erntezyklen und Schwankungen. Tee lässt sich nicht mal eben züchten wie Tomaten und ist eine endliche Ressource. Das gilt vor allem für die streng limitierten Flugtees. Das sind die ersten Ernten, die frisch importiert werden. Die weltweit verfügbare Teemenge bleibt gleich, doch der Verbrauch ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, vor allem seit Tee als gesunder Trend in Russland und anderen Ländern deklariert wird.

Im Tee Contor wird der Tee sorgfältigen Prüfungen unterzogen. Neue Mischungen und Ernten werden ausgiebig getestet, Darjeelings vorab als Flugtees probiert, neue Sorten oder Anbaugebiete auf Teemessen ausgiebig ausgekundschaftet. Ausprobieren ist der Schlüsselbegriff, denn als Naturprodukt ist keine Ernte identisch der anderen. Dies gilt für Tee genauso wie für die Beimischungen wie Blüten und Kräutern.

Tee: Mythen und Trends der richtigen Zubereitung

Doch wie genau gelingt denn eigentlich der perfekte Aufguss? Mythen und Trends geistern viele durch die Medienwelt. Für den Inhaber Oetzel gibt es im Grunde nur ein absolutes Tabu: Zitrone im Tee! Das verfälscht das Aroma. Ausschlaggebend sind Ziehzeit und Menge, und hier sollte man sich am besten vom Profi (dem geschulten Verkäufer) beraten lassen. Wer es süß mag, sollte Akazienhonig wählen, der wirkt sich nicht stark auf den Geschmack aus. Milch ist bei kräftigen Tees und Chais empfehlenswert. Und folgende Faustregel ist kinderleicht: Heller Kandis bei hellen und leichten Tees wie Darjeeling, dunkler Kandis bei kräftigen Tees wie Ceylon oder Assam. Generell gilt: „Bitte nicht darauf festlegen, was die anderen behaupten“, sondern den Tee nach seinen persönlichen Vorlieben genießen.

Und was ist mit dem Gerücht, den ersten Aufguss grünen Tees wegzuschütten? In China wird dies aus traditionellen und wohl auch hygienischen Gründen praktiziert. Doch hier zulande besser sein lassen, denn darin sind die meisten Vitamine und Nährstoffe enthalten. Ideal wäre es, dass Wasser nach dem Kochen abkühlen und dann die Blätter lose schwimmen zu lassen.

Nachdem der gründe Tee lange Zeit als verheißungsvolles Wundermittel gefeiert wurde, gibt es nun einen neuen Hype: Kräuter- und Früchtetees mit Gemüse wie Gurke und Ingwer. Natürlich findet ihr diese im Tee Contor in der Karli 100, genauso wie die lang erwarteten Detox- und Frühlingstees der neuen Saison. Endlich kehrt auch in unsere Tassen wieder eine blumig-fruchtige Note ein. Der Frühling kann kommen!

tee Contor Karli 100 LadenIhr habt Lust auf Tee bekommen? Dann lasst euch verführen im
Tee Contor Leipzig,
Karl-Liebknecht-Straße 100, 04275 Leipzig,
MO-FR: 10:00-19:00 Uhr, SA: 10:00-14:00 Uhr,
Telefon: 0341/3917393
Hier geht es zur Website
Aber Achtung, hohes Suchtpotenzial! 😉

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Wellen, Wind und eine Brise Kitsch

Wellen Ahoi!

Wellen für das Freitagsgefühl

Manchmal hat man das Gefühl, das Leben dreht sich nur im Kreis.
Höchste Zeit, auszubrechen und sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Und was gibt es Naheliegenderes, als einfach bei dem Schmuddelwetter ins Flugzeug zu steigen und ganz weit weg, direkt der Sonne entgegen zu fliegen?

Süden, ich komme!

Da das natürlich nicht jeder kann, vor allem nicht jetzt auf der Stelle, nimmt euch die Freitagsgefühl Redaktion mit in den Süden. Mitten hinein ins Klischee von Sonne, Palmen und Sandstrand – und irgendwie auch nicht. Denn es ist eine besondere Insel. Rau, windig, schroff, kahl. Hier gibt es nicht viel außer Ziegen, Atlashörnchen und schwarzem Vulkangestein. Perfekt um abzuschalten, den Alltag loszulassen und sich zu verlieren im Beobachten der Wellen.

Wellen, Wind und Weite

Where is the oceanview

Breit ziehen sich die Straßen durch die Ödnis, die mit ihren tiefen Schluchten und welligen Dünen fasziniert. Hie und da begegnen einem verlassene Hausruinen, die rätselhaft in die Landschaft ragen.

In malerischen Fischerdörfchen sonnen sich wilde Katzen an den vertäuten Fischerbooten, und hinter jeder Kurve lauert der nächste atemberaubende Oceanview.
Wellen Ahoi!Bei dem Anblick der glitzernden Wasseroberfläche kommen einem nur Klischees in den Sinn. So etwas wie tief durchatmen, sein Herz öffnen und die Augen strahlen lassen angesichts der Weite und dem Gefühl der Freiheit. Plötzlich gleiten Delfine unweit des Beachbreaks aus dem Wasser und auf dem Weg zum Meer fliegen zwei grüne Papageien umher, wie dem Urwald entsprungen. Beweisfotos gibt es davon keine, weil die Redaktion sich derweil mit dem Surfboard abschleppt, um sich sogleich in die Wellen zu stürzen. Türkis leuchtet das Meer und silbrige Fische schwimmen aufgeregt durch die Beine, während man sich voller Enthusiasmus gegen die Gischt wirft. Und dann ist es soweit: Der erste Take-off gelingt und die Freude vibriert durch den gesamten Körper, während man sich von der Welle tragen lässt.

Freitagsgefühl mit Kitschfaktor

Okay, die oberen Zeilen triefen vor Kitsch und doch fühlt es sich exakt genau so an. Das ultimative Freitagsgefühl in Dauerschleife. Darauf ein ¡salud! Lasst es euch gut gehen!

kleine Auszeit mit Wellenkino

Kleiner Tipp für Zuhause: Bikini unter die Jogginghose ziehen und mit Flipflops zur Couch schlurfen. Statt Chips und Erkältungstee ein kühles Sommermixgetränk mit Orangenscheibchen genießen und Surfmugge vom Feinsten einlegen.

Sonnenuntergang

Freitagsgefühle auf die Ohren:

… Ein bisschen Urlaubsstimmung zum Nulltarif schenkt euch die Freitagsgefühl Redaktion mit frischen neuen Sommer-gute-Laune-Surf-Songs, für jeden Tag in der Woche einen und vor allem mit ganz viel Meeresrauschen! 🙂 Viel Spaß!

 

Frühling? … and action!

Frühling: Zeit für NeuanfangDie perfekte Zeit für Neuanfang!

Ha! Wir haben sie erwischt! Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen haben wir eingefangen, zum ersten Mal haben wir uns ohne Vollvermummung raus getraut. Dieses Gefühl war beinahe vergessen: Die glühenden Wangen im Sonnenschein. Im Lieblingscafé in der Sonne zu sitzen, die vorüberziehenden Leute zu begutachten und aufregende Pläne für den Sommer zu schmieden. Und zwischendurch, wenn der Freund gegenüber in seine Zigarette versunken ist, schließt man heimlich die Augen und atmet tief durch. Diese allererste Frühlingswärme auf den Wangen ist die schönste. Wenn der Wind noch eisig kalt ist und man plötzlich spürt, dass die Sonne nicht nur blendet, sondern tatsächlich wärmt. Wenn der Körper am liebsten tanzen möchte, weil die dicke Winterjacke nicht mehr einengt und die Füße nicht mehr in unbeweglichen Stiefeln stecken. Weil die Erinnerung an den Sommer plötzlich hochkriecht.

Will mich nicht schämen für ein bisschen Glück
Bin ich es selber, oder spielt die Welt verrückt?

Die Blumenläden an der Ecke locken mit bunten Tulpen und Narzissen, im Garten trauen sich erste Schneeglöckchen und Krokusse hervor. Nein, natürlich ist vom echten Frühling noch nicht allzu viel zu sehen. Unzählige Feierwütige stecken eh noch mittendrin in der fünften Jahreszeit. Andere kommen erst jetzt zu ihrem Wintervergnügen und stürmen Pisten, Loipen und Apré-Ski-Hütten. Und doch liegt es in der Luft: Die Vorfreude auf den Frühling, die Lust auf Veränderung und einen neuen, frischen Sommer. Allein diese Vorfreude lässt einen ungeduldig werden. Und optimistisch – schließlich bekommen wir nun täglich mehr Sonnenlicht und Endorphine ab. Jetzt ist die große Zeit der Umbrüche und Neuanfänge.

Das Leben ist keine Kassette, sondern ein Radio. Es lebe der Neuanfang ins Ungewisse!Herzlich Willkommen Neuanfang

Neuanfang ist ein beschwingtes Wort. So als könne man im Leben auf die Reset-Taste drücken und anschließend auf Play. Nur, dass ein Leben weniger eine vorprogrammierte Kassette denn ein Radio ist. Man weiß nicht, was als nächstes kommt, egal wie viele Kanäle man ausprobiert. Bei einem Neuanfang kann man nie wissen, ob es eine Verbesserung oder Verschlechterung ist. Es ist wie Schlange stehen im Supermarkt. Gefühlt ist die Nachbarschlange immer genau nur so lange schneller, bis man selbst wechselt. Aber vielleicht sollte man sich gar nicht hetzen lassen von dem Gedanken, wo es denn schneller, höher, weiter voran gehen könnte. Vielleicht macht es einfach mehr Spaß, vor Langweile die Süßigkeiten an der Kasse auszuwählen wie in Kindertagen. Oder mit dem verschmitzt lächelnden Typen hinter dir zu flirten. Ohne Erwartungen, einfach weil es den Tag versüßt. Mit einem Neuanfang ist es ähnlich. Du bist nicht glücklich? Dann ändere was! Nur du allein bist für dein Leben verantwortlich.

Ich fühle mich einen Tag schwach, einen Tag wie neugeboren
Ich will Altes nicht bekämpfen, ich will Neues formen
Folge meinem Ruf, Träume verwelken leicht
Ich räume die Blüten aus dem Weg, nutze die Gelegenheit
Halte mich am Vorne fest, das fühlt sich wackelig an

Du musst nicht gleich Hals über Kopf auswandern oder deine Wohnung kündigen ohne eine neue Bleibe (auch wenn das zugegeben einen gewissen Nervenkitzel beinhaltet). Manchmal können es auch Kleinigkeiten sein. Wie ein neuer Arbeitsweg, oder ein neuer Sportkurs. Alte Gewohnheiten aufzubrechen und sich aus seiner Komfortzone des Altbekannten herauszuwagen erfordert Mut, Durchhaltevermögen und Optimismus. Aber wer das schafft, im Großen wie im Kleinen, der lernt neue Horizonte kennen. Der entdeckt ungeahnte Stärken in sich, lernt einige seiner Schwächen wertzuschätzen und rückt im besten Falle den Blick für das Wesentliche gerade.

Manchmal muss man jemanden verlieren, um zu erkennen, wie viel Liebe man eigentlich zu vergeben hat und wie unwichtig materielle Güter im Vergleich zu liebevollen Momenten oder adrenalingeladenen Ereignissen werden. Manchmal muss man den Boden unter den Füßen verlieren, um erstaunt festzustellen, dass es sich nach unzähligen Sternen greifen lässt.

Ich kann den Wind nicht ändern, nur die Segel drehen

Ein hartes Reset bringt uns wohl nicht vorwärts, so verführerisch es sein mag. Vor sich selbst kann man nicht flüchten, man nimmt sich überall mit. Aber man kann mit kleinen und großen Entscheidungen sein Leben gestalten und immer wieder neu auf Play drücken. Auch wenn nicht permanent Lieblingslieder laufen, kann man doch zumindest die Richtung auswählen. Es liegt an einem selbst, ob man zur Musik tanzt und das Beste draus macht.

Genießt die Vorfreude auf den Frühling, auf eure Pläne und eure Neuanfänge!

Es ist nie zu spät
Für einen Neuanfang

Freitagsgefühle auf die Ohren:

… Und wieder haben sich Songzeilen eingemogelt. Diesmal von dem unverwechselbaren Clueso. Das komplette Lied „Neuanfang“ findet ihr in der Playlist, genauso wie „Kinder der 90er“ von Kuult, die mit diesem Lied schöne Erinnerungen an das gute alte Kassetten-Zeitalter wachrufen.

*Hinweis: Die Rechte an den Textzeilen liegen bei Clueso und seinem Label.

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Von Seifenblasen und Realisten

Seifenblasen schillern so schön und schweben leicht daher. Bis sie anecken. Das zerstört sie. Mit Träumen ist es ähnlich, sobald sie auf die Realität treffen.

Du sagst, es erdrückt einem das Gemüt,
Wenn monatelang alles nur Regen, Matsch
Und graue Laune ist.
Jeder dreht seine Kreise im eigenen Zimmer,
Eckt manchmal an und bekommt gar nicht mit,
Wie sehr er die Welt vermisst.

Also komm wir lassen alles stehen, wie es ist.
Bis übermorgen oder bis uns irgendwer vermisst.
Komm wir lassen alles stehen, wie es ist.
Bis übermorgen oder bis uns irgendwer vermisst.

Auf der Straße hör ich nur noch: es muss ja –
Und das tut es eben nicht *

Ok, wieso nicht, wenn einen nur noch die triste Belanglosigkeit hier hält. In dieser verrückten Zeit ist alles möglich, warum nicht seinen Mut zusammennehmen und seine Träume verwirklichen? Dem Alltag für eine Weile entfliehen und neue Horizonte erkunden?

Wir sind jung, uns hält nicht viel, also brechen wir auf. Sicherheiten und Doppelhaushälften gehören unserer Elterngeneration. Wir hingegen sind ja so flexibel. Unliebsame Kontakte lassen sich mit einem Klick entfreunden und gearbeitet wird hier und da in hippen Co-Working-Spaces oder mit freshen Start-ups. Wenn eh schon alles unsicher scheint, dann lass uns wenigsten Spaß an und in der Unverbindlichkeit haben. Mit der Realität beschäftigen wir uns dann später…

Ich mag es, wie aus freiem Fall,
aus blauem Himmel, lautlos, fast überall
leere Worte auf den Boden prallen
und wir aus allen Wolken fallen.

Kommt vor, dass wir die Augen verdrehen
und dieses Theater nicht mehr verstehen.
Kommt vor, dass uns der Mut vergeht,
Mutter Courage nur blöd im Weg rum steht.

Ich mag es – wie Sprachblasen platzen,
wenn sie vor uns auf das Pflaster klatschen,
denn Sprechblasen machen so gut wie keinen Rabatz,
sie machen nur ganz leise: Platz *

Shit. Wieso ist es so verdammt schwer, das Leben „leicht zu nehmen“? Bei Instagram, Facebook & Co sieht es so einfach aus. Ein Leben wie im Lifestyle-Magazin. Bis plötzlich die Blase platzt. Wenn man die Welpenschutzphase des Berufsanfängers längst verlassen hat und Papi nicht mehr um Geld fragen kann. Wenn sich mit diesen hippen Freelancer-Jobs die Rechnungen nicht so recht bezahlen lassen wollen. Wenn andere um einen herum Familien gründen oder die Karriere nicht nur starten, sondern durchziehen und man selbst völlig planlos ist. Wenn man feststellt, dass man sich als Teenie sein jetziges Ich irgendwie ganz anders, viel gefestigter vorgestellt hätte. Wenn Altersvorsorge, Versicherungen und Steuererklärungen von langweiligem Erwachsenenkram zu notwendigen (beruflichen) Existenzgrundlagen werden und als Ballast auf den Schultern lasten.

Wenn Träume sich in Luft auflösen und wie Seifenblasen platzen, wenn sie an die Realität anecken, dann geschieht es leise. Es tut höllisch weh, aus allen Träumen zu fallen. Das haben wir nun davon, von unserem ständigen „Mit der Realität beschäftigen wir uns dann später…“-Gequatsche.

Und dann kommt da einer und sagt, er sei nur Realist
Und tut so, als wenn die Realität
Nur eine Kleinigkeit für ihn ist.
Steht da wie einer, der Wahrheit aus Suppenkellen frisst.
Ich glaube keinem, der sagt, er sei nur Realist.
….
Ich glaube keinem, der sagt, er sei nur Realist,
Weil dieser Satz doch ganz
Genau so blöde wie abgedroschen ist.
Wenn die Realität nur eine Kleinigkeit für ihn ist,
Mag er ein Arschloch sein, aber bestimmt kein Realist. *

Will man dem Bild unserer Generation gerecht werden und sich ausprobieren, warten schon die verhöhnenden Zeigefinger auf unser Scheitern. Aber hey. Wir haben ein Privileg. Wir dürfen unsere Träume leben. Das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen als die vergangenen Generationen. Einem Traum hinterher zu sehnen fühlt sich anders an, als einen Traum tatsächlich zu leben und zu merken, dass er nicht passt. Dass all unsere hoffnungsschwangeren, illusorischen Worte sich in Luft auflösen. Oder dass trotz allen Mühen Träume am Ende doch an der Realität zugrunde gehen. Nur was ist die Alternative? Unsere Chance gar nicht erst nutzen, weil manches platzt? Es sich in einem Leben bequem machen, das einem eigentlich gar nicht passt, nur um dann die anderen naseweis belächeln zu können? Nein, das Leben ist nicht dauerhaft easy-going und schillernd schön wie es in Social Media gefeiert wird. Und keine Entscheidungen zu treffen aus Angst vor falschen ist keine coole Unverbindlichkeit, sondern feige. Doch wir haben das Privileg, immer wieder neue Träume zu entwickeln, sie zu gestalten und auszuprobieren. Unsere Generation sei so flexibel. Na dann sind wir flexibel! Dann lasst es uns nicht zu einfach machen, lasst uns auch mal auf die Schnauze fliegen und lasst uns Seifenblasen pusten! Wenn welche zerplatzen, zaubern wir neue.

Na, wer hat es erraten? Die Lyriczeilen sind von einem grandiosen deutschen Künstler und (v.a. früher) Straßenmusiker. Die Band live zu erleben geht unter die Haut. Jedes Mal. Jedes Konzert ist anders, eigen und ein Erlebnis, woran man sich lange erfreut. Die Auflösung erfahrt ihr HIER.

Jetzt ganz NEU im Freitagsblog: Freitagsegfühle gibt es nun auch auf die Ohren!

3 Songtexte sind in dem Text oben eingebaut. Hier könnt ihr sie in voller Länge hören.

Allen, die sich nicht (kostenlos) bei Spotify anmelden möchten, sei dieses YOUTUBE-Video empfohlen…

* Die eingerückten Zeilen sind Songtextzeilen von dem großartigen Felix Meyer. Alle Urheberrechte gehören ihm bzw. dem Plattenlabel. 

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