Sind wir nicht alle ein bisschen Leipzig? Oder: Wie schön, dass du da bist

Überall ein bisschen mitmischen, sich in und für die (Sozio-)Kultur einsetzen. Mit der Kunstszene anbandeln. Offen und tolerant sein. Sein Nerd-Wissen teilen und dadurch vermehren. Nicht viel zum Leben brauchen, aber es in vollen Zügen genießen. Sein versiertes Wissen den Mitmenschen schenken statt aufgeblasenem, wichtigtuerischem Business den Vorrang zu geben.

Leipzig, deine Künstler

Diese Beschreibungen mögen auf die Stadt Leipzig passen. Diese Stadt scheint der Inbegriff zu sein für Freiräume, Experimentiermöglichkeiten, Hipster, Pioniere, Lebenskünstler, Intellektuelle und Freidenker. Hier mögen Porschewagen produziert werden – ­ die Porschefahrer leben wohl eher woanders. Hier braucht es nicht viel für eine hohe Lebensqualität, hier ist das „Sein“ hipper als der materielle „Schein“. Wer mehr von Leipzig kennenlernen möchte, der braucht sich bloß mit den Bewohnern unterhalten. Fabian Williges ist so ein Beispiel. Auf ihn passen nahezu alle oben genannten Attribute. Er ist ein stadtbekannter Lebenskünstler und wirkte in ebenso stadtbekannten kulturellen Institutionen mit. So ist er heuer ehrenamtlich in leitender Position für das soziokulturelle Zentrum Die VILLA tätig und war bis 2005 in der Kulturfabrik Werk 2 aktiv. Er unterstützte angehende Musiker, Bands und Schreiberlinge in Workshops und vermittelt sein Wissen an künftige Programmier-Nerds; Kaufleute und in der Erwachsenenbildung. Er ist hochbegabt, kreativ, Dozent, Poet, Künstler, Autor und Sänger. Eben eine dieser Perlen Leipzigs, die so gut wie jeder über die ein oder andere Ecke kennt (noch so ein Phänomen Leipzigs).

Warum „Wenn du nicht da bist…“  kein Buch über den Abschied ist

Sein neuestes Projekt ist ein zauberhaftes kleines Büchlein, das spätestens zum Valentinstag in die Hände des Liebsten wandern sollte. „Wenn du nicht da bist…“ handelt nicht von Abschied, sondern um die Bereicherung der Verliebtheit, wenn „DIE EINE“ Person unverhofft ins Leben tritt. Bevor man jemanden kennt, fällt es nicht auf, wenn er fehlt. Ist man verliebt, wird das Fehlen des anderen plötzlich greifbar. Alles hat nun Mehrwert und verleiht bei dessen Anwesenheit dem Alltag eine winzige Prise Superheldentum. Es ist wie auf dem Titelbild, auf dem jemand fehlt. Wäre die Mauer weg, würde er weiterhin fehlen, ohne dass es aber sichtbar wäre. Man hat es sich als Single bequem gemacht in seinem Leben, bis plötzlich jemand hineinplatzt. Und dann kann man nicht mal mehr TV gucken, ohne dass der leere Platz neben einem auffiele.

Bei jedem Durchblättern lassen sich neue Metaphern und Doppeldeutigkeiten entdecken und jedes Mal aufs Neue zaubert es ein Lächeln ins Gesicht.

Es ist eines dieser unbeschwerten Bücher, die das Bedürfnis wecken, aufzustehen und spontan seine Zuneigung zu bekunden. Egal ob dem besten Freund oder der Angebeteten. Es ist gerade die Gratwanderung zwischen Schlichtheit, Naivität und Verspieltheit, die es vom Kitsch befreit. Die sehr persönlich wirkenden Seiten vermitteln das Gefühl: Das kann ich auch! Genau wie Leipzig, eine Stadt, in der jedes Start-up möglich scheint.

Lasst uns alle ein bisschen Leipzig sein

Das Buch „Wenn du nicht da bist…“ ist die perfekte Liebeserklärung für zwischendurch. Es ist wie ein unverhofft freier Nachmittag an einem sonnigen Montag. Druckfrisch liegt nun auch die englische Version „When you‘re not around…“ in den (digitalen) Buchhandlungen bereit.

Der Autor, Fabian Williges, veröffentlichte übrigens auch sehr kinderfreundliche und teils kunstvolle Erzählungen zu den Themen Taufe und Konfirmation; ein unterhaltsames Nonsense-Buch fehlt ebenso wenig in seinem Repertoire. Wer mehr über diesen spannenden Leipziger herausfinden möchte, der besuche doch einfach mal die Open-Stage-Veranstaltung der VILLA, die jeden Montag im VILLAkeller stattfindet.

Wieviel Leipzig steckt in dir? Könntest du dein vernünftiges Bürotierchen in dir ablegen, welchen Freiraum würdest du nutzen, welches Start-up gründen, dich welcher Kunst widmen?

Probiere es doch einfach aus, nur jetzt, dieses eine Wochenende lang 🙂

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Aus Mauersteinen Brücken bauen – 3 Tipps für das neue Jahr

Rückblicke waren schon immer langweilig. Doch dieses Jahr kriecht einem erst recht das Grauen über den Rücken. Die Welt hat sich verändert. Das tut sie immer. Aber dieses Mal haben wir uns blaue Flecken dabei geholt und sind irritiert, ja vielleicht sogar verstört. Klar will man informiert sein, aber all die blutgetränkten Nachrichten kann man beim Abendessen schon lange nicht mehr sehen.

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Eine nervige Phrase und doch hat sie derzeit Hochkonjunktur. Können nicht wir die Augen vor der Realität nicht verschließen und trotzdem ab und zu in andere Welten flüchten? Wir nehmen Anteil am Weltgeschehen direkt vor der Haustür, wir versuchen offen zu bleiben und uns nicht zu fürchten. Zugleich dürfen wir aber auch mal abtauchen, in die heile Kulisse von Stars Hollow (natürlich Gilmore Girls), in die Märchenwelt von Aschenbrödel oder an die Ostsee, an der alles so leicht und befreit erscheint. „Mach dir deine Welt, wie sie dir gefällt!“ Als Kinder sind wir so unbeschwert durchs Leben gehüpft wie Pippi Langstrumpf.  Heute fühlen sich die meisten eher wie ein fremdgesteuerter Flummi. Darum schenkt die Freitagsgefühl Redaktion mit einem Augenzwinkern drei Ratschläge für das kommende Jahr.

  1. Nicht verzagen! → Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen. (chinesische Weisheit)

  2. Die kleinen Momente genießen! → Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben. (K.Tucholsky)

  3. Spontan sein! → Trudle durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben. (K. Tucholsky)

Turbulent und überraschend gestaltete sich 2016 für viele Menschen auf vielerlei Ebenen. Möge auch 2017 reich an Abenteuer und Abwechslung sein – diesmal aber bitte im besten Sinne. Lasst uns nicht verzagen angesichts der Wendungen in 2016, sondern mit Frohsinn, Mut, Toleranz, Zuversicht und Gelassenheit durch das neue Jahr tanzen.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Freude hat, wer Freude macht

Nur noch einmal schlafen und dann ist es soweit: Dann bestaunen wir ehrfürchtig den prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum, naschen von der Etagere, und lassen uns von dem Familientrubel vereinnahmen. Oder wie läuft Weihnachten bei euch? Die einen warten auf den Weihnachtsmann, die anderen auf das Christkind. Während die einen durch die Winterlandschaft spazieren, freuen sich die anderen auf den Gottesdienst. Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen, die geprägt sind von regionalen Bräuchen und internationalen Werbekampagnen.

Bei manchen mag die Weihnachtsstimmung noch nicht so recht eingesetzt haben, manche werden vielleicht sogar nervös sein im Hinblick auf das Zusammenprallen verschiedener Persönlichkeiten. Familienzwist, konträre Wertvorstellungen, Zukunftsängste und Streit um das Festessen wollen einfach nicht in dieses idyllische Weihnachtsbild passen – und gehören doch fest dazu. Sind wir mal ehrlich, Weihnachten wie auf Büllerbü, das erleben wohl nur die wenigsten unter uns. Doch brauchen wir das wirklich? Traditionen haben es heute schwer und so wird kein Heiligabend wie der andere, nicht zuletzt, weil auch unsere eigenen Wünsche sich ändern. Mal findet der Heiligabend im kleinen Kreis statt, mal im Familientrubel. Manche Familientraditionen werden wiederbelebt, andere abgewandelt. Aber (in Gedanken) bei der Familie sein, versuchen zur Ruhe zu kommen und die Vorfreude beim Geschenke einpacken, die bleibt.

Völlig egal, wann der Baum geschmückt und welche Köstlichkeiten aufgetischt werden – Weihnachten wird, was ihr daraus macht. Und ein bisschen Offenheit, Harmonie, Freude und Geborgenheit kann doch irgendwie jeder gut gebrauchen, heute wie vor zweitausend Jahren…

Die Freitagsgefühl Redaktion wünscht euch ein entspanntes, freudiges und besinnliches Weihnachtsfest!

Advent alternativ

Glühwein, Crêpe und Baumschmuck – Diese typischen Bestandteile eines Weihnachtsmarktes kennen wir alle. Doch wie wäre es mal mit feinen Unterschieden: Der Crêpe ist hundertprozentig bio, der Baumschmuck ist handgemacht und der Glühweinpfand kann gespendet werden. Wer keine Lust auf pauschale Massenbespaßung hat, sollte sich den Indie-Weihnachtsmarkt am Connewitzer Kreuz in Leipzig nicht entgehen lassen.

Jedes Jahr lockt „Weihnachten am Kreuz“ auf dem Gelände der Kulturfabrik Werk2 mit behaglicher Atmosphäre und kunterbuntem Rahmenprogramm.

Drei Hallen bieten hübsches Handgemachtes

Lichtinstallationen, Farbenmeere, witzige Details und kuriose Storys lauern an jeder Ecke und laden ein, einzutauchen und sich zu verlieren in all den potenziellen Lieblingsstücken und Geschenkideen.

Die Wände der ehemaligen Fabrikhallen sind gespickt mit Plakaten und bunten Graffitis. Künstler und Kreative präsentieren ihre kleinen Kunstwerke, wie Siebdruck-Kalender, Schmuckstücke und selbstgenähte Kleidung für Groß und ganz Klein. Holzspielzeuge stehen da, zwischen Töpferwaren und will-ich-haben-Taschen. Grafikdruckerzeugnisse jeder Art auf Pappe, Papier, Holz und Leinen lassen die Inspiration nur so sprudeln und all die Menschen um einen herum vergessen. Gemütliche Adventsstimmung kommt spätestens beim Lagerfeuer auf, das sich direkt hinter dem Schrott-Wichtel-Markt (eher eine skurrile Sammlung im Meister Eder Stil) versteckt. Die Erlöse von Knüppelbrot & Co. wandern direkt in den Kinder- und Jugendverein Halle 5.

Kulinarischer Roadtrip im Schnelldurchlauf

Die Fressmeile wirkt auf den ersten Blick wie ein nullachtfuffzehn-Markt: Menschengedränge, Bratwurstduft und Buden. Doch der Rundgang gleicht einem Roadtrip im Schnelldurchlauf. Deutsche Bratwurst neben kaukasischem Brot aus Georgien, Bio-Crêpe gegenüber von schwäbischen Maultaschen. Vom afrikanischen Stand wehen lateinamerikanische Klänge herüber und verdecken das laute Sprachengewirr an der türkischen Bude. Der Glühweinstand kontert mit krachendem Punkrock. Davon lassen sich die Feinschmecker der russischen Spezialitäten nicht beeindrucken. Langos, gebrannte Mandeln und Handbrot dürfen natürlich auch hier nicht fehlen. Doch hinter jedem Tresen wartet eine neue Gaumenfreude darauf, entdeckt zu werden. Und nirgendwo sonst ist so häufig „vegan“ zu lesen wie auf dem Werk2-Gelände in diesen Tagen.

Indie-Feeling meets Besinnlichkeit

Der Weihnachtsmarkt am Kreuz schmückt sich nicht nur damit, Platz 1 der alternativen Weihnachtsmärkte (laut check24) zu bestreiten. Nein, er ist tatsächlich der Inbegriff von „alternativ“. Er ist herrlich unkommerziell, weil Herzblut in den Waren steckt. Er ist authentisch, weil Connewitzer Klientel auf Connewitzer Händler trifft. Diese einmalig dichte Atmosphäre stellt sich spätestens nach dem ersten Rumpunsch ein (gibt’s beim Flammlachs). Dieser „Glögg“ allein ist der Besuch wert, meint die Freitagsgefühl Redaktion. „Die anderen Weihnachtsmärkte sind doch Beschmu, darum bin ich ja hier!“, meint ein betagter Besucher voller Überzeugung.

Na denn, lasst euch überraschen, probiert euch durch und lasst euch ein auf diesen wundervollen alternativen Weihnachtsmarkt.

Welche Weihnachtsmärkte sind eure liebsten? Was macht sie so besonders? Teilt eure Favoriten mit uns, sodass auch wir uns darüber freuen können.

 

„Weihnachten am Kreuz“ ist vom 10.-18.12.16 von 14-21 Uhr (am FR+SA länger) geöffnet. Alle Infos findet ihr HIER bei Facebook.

Merken

Merken

Merken

Gesucht: Ort zum Arbeiten mit Koffeinzufuhr. Gefunden: neuen Lieblingsort mit Wohnzimmerflair

„… Und irgendwann eröffne ich ein kleines Café. Eines mit weißen Stühlen, die nicht zusammenpassen und unglaublich teuren Ferraris unter den Kaffeemaschinen. Hochwertige Kaffeesorten beziehe ich aus lokalen Röstereien, die auf einen fairen und nachhaltigen Anbau achten. Ab und zu spielen abends unbekannte, aber hippe Indie-Bands im Laden. Meine Kunden sind keine schnöden Krawattenträger, die es immer furchtbar eilig haben. Sondern Menschen mit spannenden Geschichten aus der ganzen Welt, sodass ein bunter Sprachenmix das Café durchzieht. Autoren, Genießer und Studenten verbringen hier ihre Vormittage bei Kaffee und selbstgemachten veganen Brownies. Ich lasse mir ungewöhnliche Kreationen einfallen und kredenze Kaffeevarianten „todo del mundo“ (aus der ganzen Welt); von Cortado über Espresso und Filterkaffee bis hin zum Mokka ist alles dabei. Meine Gäste sind nicht bloß Kunden, sondern sie werden zu Freunden. Man kommt ins Gespräch, man entwickelt gemeinsam neue Visionen. Den Raum und die passende Atmosphäre dafür stelle ich mit meinem kleinen Café.“

coffeebarKlingt wie ein altbekannter, kitschiger Traum? Oh, er ist zur Realität geworden (wenn auch nicht von mir), und zwar in der Uptown Coffee Bar mitten in der Leipziger Südvorstadt, etwas versteckt in der Riemannstr. 44; eben ein echter Geheimtipp.

 

Ein idealer Ort der Entschleunigung und Inspiration

Die Uptown Coffee Bar ist eine Oase des Wohlfühlens, der Geselligkeit – und allem voran des richtig guten Kaffees. Ein Stammkunde verriet der Freitagsgefühl Redaktion: „Die angenehme Atmosphäre würde nichts nützen, wenn der Kaffee nicht gut wäre. Aber der Kaffee ist gut, richtig gut. Er schmeckt einfach. Es ist nicht alles zu perfekt, ein bisschen so, als könnte man selbst auch sowas machen.“

Gregory, der Inhaber, ein waschechter „Chef zum Anfassen“, stammt ursprünglich aus Peru und ist gelernter Programmierer. Er kam als selbst Gast auf der Suche nach neuen Ideen und hat nun, seit mittlerweile einem Jahr, seine Berufung im Café gefunden. Er liebt es, mit seinen Kunden zu kommunizieren, trinkt am liebsten kräftigen Espresso Doppio und ist Anhänger der „Slow“-Bewegung. Denn Kaffee war stets ein wertvolles Genussmittel, das auch heute noch in einem langwierigen, mehrmonatigen Prozess hergestellt wird. Die schnelle Industrie missachtet all die damit verbundenen Mühen. Höchste Zeit für mehr Wertschätzung! Und die schmeckt man. Gregory nimmt sich viel Zeit für sorgfältige Zubereitung und entwirft wundervolle Schaumbilder. Der Favorit der Redaktion? Unbedingt den australischen white flat probieren. Was das ist? Findet es doch einfach heraus! Besucht das kleine Café mit Wohnzimmerflair und tankt eure Reserven an Freitagsgefühlen dort wieder auf.

first a coffee and then…

Plant ihr gerade ein Event und sucht dafür einen Service für leckere Cocktails und/oder guten Kaffee? Oder ihr habt Lust auf ein privates Dinner? Dann meldet euch in der Uptown Coffee Bar und setzt eure Ideen gemeinsam um.

Und für alle Nachteulen: Dieses Wochenende wird der Laden abends in einen kleinen, szenetypischen Club verwandelt. Also, kommt vorbei, wir sehen uns!

Alle Infos wie Öffnungszeiten findet ihr HIER bei Facebbook oder HIER auf der Website.

Merken